Angriffsdrohnen für Schulen: Ferngeführte Abwehr sorgt für Debatte
Mehrere US-Schulen testen ferngesteuerte Quadrokopter, die Angreifer durch Blendwirbel, Pfeffersprühstöße oder Kollisionen stoppen sollen. Betreiber sitzen hunderte Meilen entfernt; Befürworter heben schnelle Reaktionszeiten hervor, Kritiker warnen vor Verantwortungsfragen und Fehlalarmen.
- Firmenrollout stationiert Drohnen in verschlossenen Boxen auf Schulgeländen.
- Geräte können Blendlicht, Sirenen und Pfeffergel einsetzen oder einen Täter rammen.
- Fernpiloten in Austin steuern die Einsätze und informieren die Polizei.
- Pilotprojekte laufen in Florida, Georgia und einer Schule in Colorado.
- Kritik: private Entscheidungsbefugnis, Fehlalarme und ethische Risiken.
In den USA beginnen mehrere Schulen mit dem Einsatz ferngesteuerter Quadrokopter, die im Ernstfall Angreifer stören oder aufhalten sollen. Die Drohnen sind in gesicherten Boxen auf dem Gelände untergebracht und sollen innerhalb weniger Sekunden starten.
Herstellerangaben zufolge können die Systeme Blendlichter, Sirenen und Pfeffergele einsetzen; darüber hinaus wird beschrieben, dass sie bei Bedarf mit hoher Geschwindigkeit auf einen Angreifer zufahren können. Die Steuerung erfolgt nicht vor Ort, sondern durch eine private Einsatzzentrale mehrere hundert Meilen entfernt.
Finanzielle Unterstützung für Pilotprojekte wurde in einigen Bundesstaaten bereitgestellt: Florida finanzierte einen Test an drei Schulen mit rund 557.000 US-Dollar, Georgia bewilligte etwa 500.000 US-Dollar für fünf Schulen, eine Charter-Schule in Colorado trägt die Kosten selbst.
Kritiker heben hervor, dass damit weitreichende Entscheidungen über den Einsatz von Gewalt oder Zwangsmaßnahmen in die Hände eines externen Unternehmens gelegt werden. Zusätzlich besteht die Sorge vor Fehlalarmen und technischen Fehleinschätzungen, die in der Vergangenheit bei Sicherheitsalgorithmen dokumentiert wurden.
Befürworter verweisen auf die mögliche Verkürzung der Reaktionszeiten gegenüber herkömmlichen Schutzmaßnahmen. Expertinnen und Experten fordern jedoch klare Regeln, Transparenz bei Entscheidungsprozessen und unabhängige Tests, um Sicherheit, Rechtskonformität und Verhältnismäßigkeit zu gewährleisten.